Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten, und dorthin setzte er den Menschen, den er gebildet hatte.
1. Mose 2,8
Dieser Garten in "Eden" (was so viel wie "Wonne" oder "Lieblichkeit" bedeutet) ist als das "verlorene Paradies" in die Weltliteratur eingegangen. Nachdem die ersten Menschen gesündigt hatten, mussten sie diese Stätte des Glücks verlassen. Mit ihrer Unschuld hatten sie und ihre Nachkommen auch den Zugang zum "Paradies" verloren (1. Mose 3,23).
Doch ein gewisses Sehnen nach dem verloren gegangenen "Paradies" lebt in der Menschheit fort. Eine ganz andere, bessere Welt oder einen Zustand der Reinheit und des Glücks ? wer hätte sich nicht schon danach gesehnt?
Sicher lebte das erste Menschenpaar damals in Eden in einem äußerlich "paradiesischen" Zustand, denn der Garten entsprach vollkommen ihren Bedürfnissen. Das eigentliche Glück aber machte etwas ganz anderes aus: Sie erfreuten sich einer ungetrübten Gemeinschaft und Harmonie mit Gott, solange sie das Gebot Gottes befolgten. Danach aber fühlten sich Adam und Eva selbst in Eden nicht mehr wohl, denn sie versteckten sich vor Gott (1. Mose 3,8). Deshalb würden auch ideale Lebensbedingungen, könnte man sie irgendwo auf der Erde schaffen, allein kein vollkommenes Glück garantieren: Nicht, solange Gott dabei ausgeklammert bleibt.
Was wir brauchen, ist nicht so sehr äußeres Wohlergehen unter idealen Bedingungen, sondern die Vergebung unserer Sünden und damit die Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Gott. Wer sie besitzt, kann wahrhaft glücklich sein, auch wenn die Umstände nicht unbedingt "paradiesisch" sind. Und seine Zukunft ist das wirkliche Paradies Gottes, das nicht in dieser Schöpfung ist (Lukas 23,43; Offenbarung 2,7).
Der Herr ist nahe ; 05.03.2004 ; Postfach 10 01 53 ; D 42490 Hückeswagen